„Die Entscheidung der Stadt Hannover, die Lernplattform IServ stillzulegen und stattdessen auf Microsoft-Produkte zu setzen, ist ein fataler Schritt weg von digitaler Souveränität und pädagogischer Verlässlichkeit.“
Die Sprecherin für digitale Bildung der Linksfraktion im Bundestag kritisiert die Pläne der Stadt Hannover scharf:
„IServ ist ein seit Jahren bewährtes, datenschutzkonformes und regional entwickeltes System, das an vielen Schulen tief in die pädagogischen und organisatorischen Abläufe eingebettet ist. Es einfach abzuschalten, ohne die Schulen einzubinden oder einen vollwertigen Ersatz bereitzustellen, gefährdet den Schulalltag und ignoriert die Expertise vor Ort.“
Sie verweist auf die Kritik aus Schulen und vom Anbieter selbst, wonach der geplante Umstieg weder notwendig noch fachlich begründet ist:
„Während Länder wie Hamburg und Rheinland-Pfalz IServ flächendeckend ausbauen, setzt Hannover auf Abhängigkeit von einem US-Techkonzern. Das steht im direkten Widerspruch zu jeder ernst gemeinten Strategie für digitale Souveränität und Datenschutz an Bildungseinrichtungen.“
Die hannoversche Bundestagsabgeordnete fordert deshalb:
- Die Weiterführung von IServ an Hannovers Schulen, solange keine pädagogisch und technisch gleichwertige Alternative bereitsteht.
- Eine transparente Prüfung und Weiterentwicklung regionaler Softwarelösungen, statt eines übereilten Wechsels.
- Eine konsequente Stärkung europäischer und datenschutzkonformer Bildungsplattformen, damit Schulen nicht in die Abhängigkeit privater Großkonzerne gedrängt werden.
„Digitale Bildung braucht Verlässlichkeit, Datenschutz und Unabhängigkeit – nicht kurzfristige Entscheidungen zugunsten globaler Anbieter. Hannover sollte die Entscheidung zurücknehmen und gemeinsam mit Schulen und Expert*innen eine zukunftsfähige, souveräne Lösung weiterentwickeln.“
