Niedersachsen Schlusslicht bei Schulabbrüchen – Maren Kaminski: „Bund und Land brauchen einen Masterplan für Bildungsgerechtigkeit“
Zu den aktuellen Zahlen, wonach Niedersachsen mit einer Abbrecher*innenquote von rund 16 Prozent im europäischen Vergleich nur knapp vor Rumänien liegt, erklärt die niedersächsische Bundestagsabgeordnete und Obfrau der Linken im Ausschuss für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Maren Kaminski:
„Es ist ein bildungspolitischer Skandal, dass jedes sechste Kind in Niedersachsen die Schule ohne Abschluss verlässt. Die Landesregierung versagt beim wichtigsten Zukunftsthema: Gerechte Bildungschancen für alle. Besonders Kinder aus armen Familien und mit Zuwanderungsgeschichte sind betroffen – hier wird soziale Ungleichheit direkt in Chancenlosigkeit übersetzt. Bund und Land dürfen nicht länger wegschauen.“
Die Abgeordnete fordert deshalb vier konkrete Maßnahmen, um die Quote wirksam zu senken:
1. Bildung als Gemeinschaftsaufgabe im Grundgesetz verankern
Damit sollen Bund und Länder gemeinsam für Bildungsqualität und Chancengleichheit verantwortlich sein.
2. Ausbau von Kitas, Schulen, Personal und kostenfreie Bildung
Massive Investitionen zur Erweiterung von Kitaplätzen, Sanierung von Schulen, flächendeckender Ganztagsbetreuung mit kostenlosem Schulmittagessen, inklusiver Bildung sowie deutlichem Ausbau des pädagogischen Personals.
3. Ganztagsangebot und gemeinsames Lernen
Längeres gemeinsames Lernen bedeutet die Abschaffung des gegliederten Schulsystems. Wir müssen weg von der Selektion und der Konkurrenz unter den Schulformen.
4. Lehrkräftebildungsgesetz als Rechtsrahmen für bundesweite Standards
Die Zersplitterung der Lehramtsausbildung muss überwunden werden, um den Lehrkräftemangel strukturell zu bekämpfen. Dafür braucht es mehr Studienplätze, flexiblere Ausbildungswege (Stufenlehramt, Quereinstieg, duales Studium), praxisnähere Ausbildung und bessere Unterstützung im Referendariat
„Niedersachsen braucht endlich eine Bildungspolitik, die kein mehr Kind zurücklässt. Wenn die Bundesregierung gleichzeitig Milliarden für Rüstung ausgibt, aber an der Bildung unserer Kinder spart, setzt sie die falschen Prioritäten. Ein erster Schritt wäre die Aufhebung des Kooperationsverbots. Dazu wird die Linke parlamentarische Initiativen im Bundestag ergreifen. Bildungsgerechtigkeit ist eine nationale Aufgabe.“
