Duale Ausbildung in der Krise – Bundesregierung lässt junge Menschen im Stich

Maren Kaminski

Zur Vorstellung des Berufsbildungsbericht 2025 im Bundestagsausschuss für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend erklärt Maren Kaminski, Sprecherin für berufliche Bildung der Fraktion DIE LINKE:

 

„Der neue Berufsbildungsbericht zeigt: Die duale Ausbildung steckt in einer tiefen Krise. Immer weniger Betriebe bilden aus, immer mehr junge Menschen finden keinen Platz. Die Bundesregierung schaut tatenlos zu.“

 

Nur 51 Prozent der Betriebe dürfen überhaupt ausbilden – und nicht einmal jeder Fünfte tut es. 70.400 junge Menschen suchten im vergangenen Jahr vergeblich einen Ausbildungsplatz. „Das sind 70.400 Lebenswege, die in Unsicherheit stecken bleiben. Wer keinen Ausbildungsplatz findet, verliert Zeit, Perspektive und oft den Mut“, so Maren Kaminski.

 

Gleichzeitig blieben 69.400 Ausbildungsplätze unbesetzt – besonders in Handwerk und Pflege. „Die Klage über angeblich mangelnde ‚Ausbildungsreife‘ der Jugendlichen verdeckt das eigentliche Problem: Viele Betriebe sind schlicht überfordert, gute Ausbildung anzubieten“, kritisiert Maren Kaminski.

 

Die LINKE fordert eine deutliche Verbesserung der Ausbildungsbedingungen:

„682 Euro im ersten Lehrjahr reichen hinten und vorne nicht. Wer ausbildet, muss jungen Menschen auch ein Leben in Würde ermöglichen. Eine Ausbildungsvergütung unterhalb des Existenzminimums ist ein Skandal.“

Wo Betriebe nicht ausbilden, müsse der Staat Verantwortung übernehmen. DIE LINKE fordert deshalb den Ausbau außerbetrieblicher Ausbildung und eine solidarische Ausbildungsumlage: Alle Betriebe zahlen ein, wer ausbildet, bekommt Unterstützung.

 

„Deutschland braucht qualifizierte Fachkräfte – in der Pflege, im Handwerk, in der Industrie. Doch statt über ‚fehlende Motivation‘ junger Menschen zu klagen, muss die Bundesregierung endlich für faire Bedingungen sorgen“, betont Maren Kaminski abschließend.