Die Linke Landesgruppe Niedersachsen im Bundestag: Wegfall des Anwärtersonderzuschlags ist eine drastische Gehaltskürzung und ein bildungspolitischer Fehler
Die niedersächsischen Bundestagsabgeordneten der Fraktion DIE LINKE kritisieren den geplanten Wegfall des Anwärtersonderzuschlags für Lehramtsanwärterinnen scharf. Betroffen sind angehende Haupt- und Realschullehrkräfte sowie Sonderpädagog*innen im Vorbereitungsdienst. Der bislang gezahlte Zuschlag von 300 Euro brutto monatlich lief zum 31. Juli 2025 ersatzlos aus.
„Diese Kürzung trifft ausgerechnet jene, die unsere Schulen in Zukunft am Laufen halten sollen“, erklärt Maren Kaminski, Sprecherin der Landesgruppe Niedersachsen. „Wer den Zuschlag bislang erhalten hat, hat ab August monatlich 300 Euro weniger im Portemonnaie – und das bei ohnehin niedrigen Bezügen im Referendariat.“
Die Landesgruppe weist darauf hin, dass die Lebenshaltungskosten in Niedersachsen – vor allem für Miete und Energie – stark gestiegen sind. Der Zuschlag war für viele angehende Lehrkräfte eine wichtige finanzielle Stütze. Der Wegfall bedeutet bis zu 3.600 Euro weniger Einkommen pro Ausbildungsjahr.
Während andere Bundesländer weiter Zuschläge zahlen oder die Bezüge erhöhen, setzt Niedersachsen auf Kürzungen. „Damit verschärft man den Lehrkräftemangel noch“, so Cem Ince, Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales. „Junge Menschen werden in andere Länder abwandern oder sich gleich gegen den Lehrerberuf entscheiden. Das ist ein fatales Signal in Zeiten des Lehrkräftemangels.“
Wenn das Kultusministerium zu dem Schluss kommt, der Anwärterzuschlag sei nicht das richtige Instrument, um dem Lehrkräfemangel zu begegnen, dann braucht es andere Konzepte.
„Die zuständigen Ministerien, Kultus- und Wissenschaftsministerium, haben weder einen Plan, wie die Lehramtsausbildung endlich ordentlich bezahlt werden kann, noch eine Strategie, wie die Ausbildung praxisnäher und attraktiver gestaltet werden soll“, so Ince.
„Die Landesgruppe fordert eine generelle deutliche Erhöhung der Bezüge für alle Referendar*innen, um den Lehrerberuf in Niedersachsen attraktiv zu machen. Außerdem muss die Lehramtsausbildung dringend reformiert werden: mehr Praxisnähe, bessere Betreuung und eine realistische Vorbereitung auf den Berufsalltag“, so Kaminski.
„Auch nach der Ausbildung sind Lehrkräfte mit einer viel zu hohen Arbeitsbelastung konfrontiert. Wer es ernst meint mit guter Bildung, muss in gute Ausbildung und gute Arbeitsbedingungen investieren “, betont Kaminski.
